Social Media Marketing Irrtümer-Teil 2

Wie bereits im letzten Blogeintrag erwähnt, beschäftigen wir uns momentan mit Trugschlüssen im Bereich Social Media Marketing. Anlass dazu gab uns das Buch "11 Irrtümer über Social Media" von Hendrik Wolber. Ein weiterer Irrtum der weit verbreitet ist und sich insbesondere mit der Kommunikation und den Mechanismen im Social Web beschäftigt ist, dass die meisten Unternehmen unbedingt im Social Web werben müssen. Social-Media-Marketing Die sozialen Netzwerke sind jedoch meist zur Freizeitbeschäftigung der User gedacht und aufdringliche Werbung, die kaum durchdacht ist, kann somit die Nutzer, also die potenziellen Kunden schnell nerven und somit vergraulen. Wolber bringt hierbei die Anekdote des Urlaubers am Strand, der sich entspannen will und dann von penetranten Uhrenverkäufern daran gehindert wird. Hendrik Wolber setzt im Bezug auf Werbung im Social Web auf folgende Tipps: "Wer also zum Beispiel seine Facebook-Fanpage ausschließlich als zusätzlichen Werbe- oder Vertriebskanal gebrauchen will, ist auf dem Holzweg. Er missachtet den Sinn des Social Webs sowie die Gründe seines Erfolgs bei den Usern. Und die gehen zunächst einmal auf Abstand. Fast 40 Prozent der in einer Studie befragten Unternehmen identifizieren Social-Media-Marketing als ihr wichtigstes Thema im Jahr 2011. Aber nur 23 Prozent der Mitglieder sozialer Netzwerker wollen hier überhaupt mit Marken interagieren.

Interaktion ist dabei aber nicht mit dem Konsum von Werbung zu verwechseln. Auch Pseudo-Interaktion, die nichts weiter ist als getarnte Werbung und die am Ende zum Brand-Portal oder in den Online-Shop führt, verändert die Situation nicht. Zwar ist festzustellen, dass sich Unternehmen und User in ihrem Nut- zungsverhalten mehr und mehr an die Interessen des anderen annähern, dennoch bleibt festzuhalten: Nur wer die Motivation der User, seiner Kunden, und die Mechanismen der Social-Web-Kommunikation versteht, kann eine wirksame Strategie entwickeln, die in ihrer Umsetzung erfolgsversprechend ist. Wer hingegen auf konventionelle, einseitige Kommunikationsmodelle setzt, die er schnell und einfach auf das Social Web überträgt, der vergibt Chancen und riskiert Ablehnung gegenüber seinem Auftritt, seinem Unternehmen" seinen Produkten und Botschaften. Das ist kontraproduktiv und vermeidbar.

Auch wenn die Erkenntnis zuerst schmerzlich ist: Im Social Web interessiert sich niemand für ihre Unternehmens- und Produktbotschaften! Hunderte Millionen User in sozialen Netzwerken sind nicht deshalb hier versammelt, weil sie ihre Produkte sehen" etwas über ihr Unternehmen lernen oder weil sie shoppen wollen. Das tun sie zwar auch gerne im Web, aber woanders. Beginnen Sie also damit, zu verstehen, was ihre Kunden im Social Web wirklich wollen, welche Bedürfnisse sie haben und wie ihr Unternehmen darauf eingehen kann. Wer von vornherein Werbung und Absatz im Sinn hat, kann viel falsch machen und Chancen vergeben." 

Man sollte also darauf achten, das Vertrauen der User zu gewinnen und als präsenter Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Wer Freitag Nachmittag einen Post absetzt und sich bis Montag vormittag nicht um die Reaktionen der Nutzer kümmert geschweige denn Qualitätsmanagement hinsichtlich der Kommentare betreibt, sollte nicht erwarten, dass die Marketingstrategie ausschließlich positiv verläuft. Ein positiver Brückenschlag zwischen Social Web User und Unternehmen kann die Partizipation der Konsumer an Projekten des Unternehmens und somit deren Integration sein. Hierbei darf das Schlagwort "Crowdsourcing" (hierbei werden Unternehmensaufgaben an die Nutzer von Sozialen Netzwerken delegiert, beispielsweise in Form von Wettbewerben usw.) nicht fehlen. Potenzielle Kunden freuen sich, wenn sie nach ihrer Meinung gefragt werden, an Projekten mitarbeiten und so im Produktentstehungsprozess als kreatives Moment mitwirken können. Sie bauen somit eine Beziehung zum Produkt und auch zum Unternehmen auf. Wird dann im Social Web noch für das nötige Entertainment der User gesorgt, kann bei der Social Media Marketingstrategie nicht mehr viel schiefgehen. Für einen tiefere Einblick in die Materie empfehlen wir gerne das Buch von Hendrik Wolber und wünschen allen Lesern eine schöne Arbeitswoche.

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